
„Christliche Arbeitnehmer-Organisationen sind Anwälte für soziale Gerechtigkeit in Europa“, das ist das Fazit der Kursleitung, des Bildungsreferenten Bernhard Eder, von der kifas GmbH. Diese Bewegungen müssten künftig europäischer werden und nachhaltiger auf dieser Ebene aktiv sein, um diese Aufgabe effektiv zu erfüllen. Die Kompetenzen für mehr Gerechtigkeit in Europa seien in diesen Organisationen vorhanden, stellte Claude Delporte, Schatzmeister der Europäischen Christlichen Arbeitnehmer-Bewegung, aus Belgien, fest. Folgende Themen wurden als Aktionsbeispiele diskutiert: Die KAB-Bewegungen in den verschiedenen europäischen Ländern sind bereit, sich für die Integration von Migranten zu engagieren. Sie kämpfen für den arbeitsfreien Sonntag und für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns dort, wo es ihn (noch) nicht gibt, wie in Deutschland. Die KAB Deutschlands hat ein viel beachtetes und praktikables Modell für eine sinnvolle Reform der gesetzlichen Rentenversicherung entwickelt.
Wolfgang Bücherl, Redenschreiber des EU-Kommissars für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit Vladimir Špidla, Brüssel wies darauf hin, dass es wichtig sei, dass die Bürger sich in Brüssel mit ihren Anliegen Gehör verschaffen. Er erläuterte die Strategien der Europäischen Union zur Überwindung der sozialen Spaltungen. Für die Armutsbekämpfung seien in erster Linie die Mitgliedstaaten zuständig, die Europäische Union kann jedoch unterstützend tätig sein. Sie tut dies auf vielfältige Weise, durch die sogenannte „Offene Methode der Koordinierung“ in Zusammenarbeit mit den nationalen Ministerien in den Bereichen soziale Eingliederung, Renten, Gesundheit und Langzeitpflege, durch Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit und durch die Förderung von Projekten, vor allen durch den Europäischen Sozialfonds und durch den Europäischen Regionalfonds. Die EU, so sein Resümee, habe vor allem die Rolle einer Unterstützerin, einer Ideengeberin, Moderatorin und Strategienwicklerin zur Armutsbekämpfung und bei der Begleitung und Anregung von Reformen in den Mitgliedstaaten. Diese helfende Funktion ist wichtig und notwendig, denn fast jedes 5. Kind in der Europäischen Union lebt in Armut.
Wichtige christliche Impulse wurden von den Geistlichen gegeben:
Nach dem Generalvikar der Diözese Pilsen, Herrn Monsignore Robert Falkenauer, ist es die Aufgabe der Kirche und ihrer Organisationen, einen klaren Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse zu richten. Die Brille, durch die dieser Blick erfolgt, ist die Option für die Armen. Albin Krämer, geistlicher Leiter der KAB Deutschlands ermunterte die Teilnehmer, sich nachhaltig für soziale Gerechtigkeit einzusetzen, denn wir leben in der Verheißung eines neuen Himmels und einer neuen Erde.
Der Bürgermeister von Waldmünchen, Franz Löffler, betonte in seinem Grußwort die Brücken des grenzüberschreitenden Dialogs. Eine wichtige Brücke stelle die Musik dar und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen.
Die Teilnehmer selbst bewerteten diese Konferenz als ein sehr wertvolles Treffen. Wichtige Themen seien in einem Klima der harmonischen Gemeinschaft diskutiert worden.
KAB-Institut für Fortbildung und angewandte Sozialethik, Bernhard Eder

